26. August 2026

Retail Tech Radar 2026: Welche Technologien schaffen messbaren Unternehmenserfolg im Handel?

Tobias Weisel (Capgemini Invent) | Torsten Schmalbach (Capgemini Invent) | Dr. Jürgen Brock (RETAIL NXT) | Prof. Dr. Manfred Krafft (Universität Münster) | Sponsored Post

Technologieinvestitionen im Handel haben in den vergangenen Jahren ein neues Niveau erreicht. Von Self Checkout und Mobile Apps bis hin zu Retail Media und Personalisierung investieren Handelsunternehmen entlang der gesamten Kundenschnittstelle in neue Technologien. Gleichzeitig bleibt der wirtschaftliche Druck hoch: Inflation, steigende Personalkosten und ein anhaltendes Zinsniveau belasten die Margen. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine zentrale Frage für Top-IT-Entscheiderinnen und -Entscheider wie CIOs und CTOs an Bedeutung: Welche Technologien schaffen tatsächlich messbaren Unternehmenserfolg oder wächst das IT-Budget schneller als sein wirtschaftlicher Nutzen?

Genau dieser Frage widmet sich der Retail Tech Radar 2026, eine gemeinsame Studie von Capgemini Invent, der Universität Münster sowie der Case Western Reserve University. Im Fokus stehen die kundennahen Technologiefelder Store, Online & Mobile sowie Customer Relations & Sales. Die Studie entsteht in einer Zeit, in der sich der Handel zunehmend von klassischer Digitalisierung hin zu einem (agentischen) KI-Zeitalter entwickelt. Das verändert die Anforderungen an Technologieinvestitionen grundlegend und macht fundierte Investitionsentscheidungen wichtiger denn je.

Warum Technologieinvestitionen im Handel neu bewertet werden

Das Problem vieler Handelsunternehmen ist heute nicht ein Mangel an technologischen Möglichkeiten, sondern deren Vielzahl. Mit jeder neuen Technologiewelle entstehen zusätzliche Investitionsoptionen, während sich Innovationszyklen weiter verkürzen. Besonders durch den rasanten Fortschritt im Bereich Künstlicher Intelligenz stehen Unternehmen unter Druck, frühzeitig die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Gleichzeitig werden Technologieinvestitionen kritischer hinterfragt als noch vor wenigen Jahren. Weil IT-Budgets kontinuierlich gestiegen sind, ohne dass ihr Effekt auf Marge und Kundennutzen stets sichtbar wurde, wird jede weitere Ausgabe heute kritischer geprüft. Handelsunternehmen müssen unterscheiden, welche Investitionen kurzfristig wirken, welche strategisch notwendig und welche zu riskant sind.

Store, Online & Mobile, Customer Relations: Wo nachhaltiger Unternehmenserfolg entsteht

Der Retail Tech Radar 2026 betrachtet drei zentrale Domänen an der Kundenschnittstelle: Store, Online & Mobile sowie Customer Relations & Sales. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, Umsatzwachstum, Effizienzsteigerungen und ein verbessertes Kundenerlebnis zu ermöglichen. Die Mechanismen, Risiken und Erfolgsfaktoren unterscheiden sich jedoch deutlich.

Im Store stehen Technologien wie Self Checkout, Scan & Go, Electronic Shelf Labels, Robotik, Digital Signage oder Computer Vision im Fokus. Investitionen in diesem Bereich sind besonders sensibel: Sie müssen über zahlreiche Filialen ausgerollt werden, erfordern Anpassungen bestehender Prozesse und hängen maßgeblich von der Akzeptanz durch Kunden und Mitarbeitende ab. Fehlentscheidungen wirken deshalb häufig flächendeckend und lassen sich nur mit erheblichem Aufwand korrigieren.

Im Bereich Online & Mobile stehen Digital Commerce, Mobile Apps, Click & Collect und digitale Self-Service-Angebote im Mittelpunkt. Im Vergleich zum stationären Geschäft lassen sich neue Lösungen häufig schneller testen, messen und weiterentwickeln. Gleichzeitig zeigt sich, dass rein digitale Geschäftsmodelle trotz hoher Wachstumsraten nicht automatisch nachhaltig profitabel sind. Daraus ergibt sich eine zentrale Fragestellung der Studie: Führen kürzere Lernzyklen und schnellere Anpassungsmöglichkeiten zu einer höheren Treffsicherheit von Technologieinvestitionen?

Customer Relations & Sales umfasst Technologien rund um Retail Media, Loyalty, Personalisierung und Customer Engagement. Im Mittelpunkt steht hier die Frage, wie Kundeninteraktionen systematisch in Umsatzwachstum, Kundenbindung und neue Ertragspotenziale übersetzt werden können. Der Erfolg hängt dabei weniger von der Technologie selbst als von ihrer Fähigkeit ab, relevante Kundenerlebnisse zu schaffen und deren Wirkung messbar zu machen.

Warum Investitionsentscheidungen mehr als nur Technologieauswahl sind

Technologieinvestitionen beginnen nicht bei der Technologie selbst. Die vorhandene Architektur bestimmt maßgeblich, welche Lösungen überhaupt wirtschaftlich umgesetzt und skaliert werden können. Während einige Unternehmen neue Technologien auf bestehenden Daten- und Plattformstrukturen vergleichsweise schnell integrieren können, erfordern dieselben Investitionen andernorts zunächst umfangreiche Anpassungen an Systemlandschaft, Datenmodellen oder Schnittstellen. Architektur beeinflusst damit nicht nur die Umsetzungsgeschwindigkeit, sondern auch Kosten, Risiko und den erwarteten Unternehmenserfolg einer Technologieinvestition. Entscheidend sind zudem die verfügbaren Ressourcen, die Veränderungsbereitschaft der Organisation und die Fähigkeit, neue Technologien erfolgreich im Arbeitsalltag zu verankern.

Gleichzeitig entsteht Unternehmenserfolg nicht mit der Investitionsentscheidung. Neue Technologien müssen eingeführt, in Prozesse integriert und von Mitarbeitenden sowie Kunden angenommen werden. Positive Effekte auf EBIT, Effizienz oder Kundenbindung zeigen sich häufig erst mit zeitlicher Verzögerung. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen den tatsächlichen Nutzen ihrer Technologieinvestitionen nicht konsequent messen und nachhalten. Daraus ergeben sich zentrale Fragestellungen für Top-IT-Entscheiderinnen und -Entscheider:

  • Welche kundenfokussierten Technologien werden heute priorisiert und welche stehen in den nächsten Jahren an?
  • Welche Technologieinitiativen haben den größten Unternehmenswert geschaffen?
  • Welche Lehren lassen sich aus bisherigen Technologieentscheidungen für zukünftige Investitionen ableiten?
  • Wie wird der geschäftliche Nutzen von Technologieinitiativen gemessen und bewertet?
  • Welche Erfolgsfaktoren und Barrieren beeinflussen die Skalierung neuer Technologien?
  • Welche organisatorischen, technologischen und personellen Voraussetzungen fördern erfolgreiche Technologieinvestitionen?

Wie der Retail Tech Radar 2026 Orientierung schafft

Diesen Fragen geht der Retail Tech Radar 2026 von Capgemini Invent gemeinsam mit der Universität Münster und der Case Western Reserve University nach. Die Studie kombiniert qualitative Interviews mit CIOs und CTOs führender Handelsunternehmen im deutschsprachigen Raum, eine quantitative Befragung sowie die Analyse aktueller Markt- und Technologietrends. Sie baut auf dem Retail Tech Radar 2025 auf und erweitert die Perspektive gezielt um die Frage, wie Handelsunternehmen Technologieinvestitionen künftig erfolgreicher priorisieren, umsetzen und skalieren können. So entsteht ein belastbares Bild darüber, welche Muster, Erfahrungen und Erfolgsfaktoren die Technologieentscheidungen führender Händler prägen.

Ergebnisse auf der RETAIL NXT 2026: Dialog über die nächste Investitionswelle

Die Ergebnisse des Retail Tech Radar 2026 werden erstmals auf der RETAIL NXT 2026 in Bad Vilbel vorgestellt: am 30. September auf der Main Stage und im direkten Austausch mit Handelsentscheiderinnen und -entscheidern. Im Mittelpunkt steht die Diskussion darüber, welche Erkenntnisse sich aus den Investitionsentscheidungen führender Handelsunternehmen ableiten lassen und welche Konsequenzen sich daraus für zukünftige Technologieinitiativen in den Bereichen Store, Online & Mobile sowie Customer Relations & Sales ergeben.

Fazit

Ob der Handel in Technologie investieren soll, ist keine offene Frage mehr. Offen ist vielmehr, wo investiert wird, welche Technologien priorisiert werden und wie sich deren Wirkung nachvollziehbar belegen lässt. Der Übergang zu einem (agentischen) KI-Zeitalter verschärft diese Herausforderung zusätzlich. Wenn KI-Algorithmen zunehmend eigenständig suchen, bewerten und entscheiden, verändern sich auch die Anforderungen an Technologieinvestitionen im Handel.

Genau hier setzt der Retail Tech Radar 2026 an. Die Studie schafft Transparenz darüber, welche Technologien priorisiert werden, welche Erfahrungen Händler mit erfolgreichen und weniger erfolgreichen Initiativen gemacht haben und welche Erkenntnisse sich daraus für zukünftige Investitionen ableiten lassen.

„Building the Bridge to the Agentic Age“ bedeutet dabei mehr als die Einführung neuer Technologien. Es bedeutet, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft des Handels zu treffen. Mit diesem Anspruch treten Capgemini Invent, die Universität Münster und die Case Western Reserve University auf der RETAIL NXT 2026 an.

 

Die Autoren:
Tobias Weisel,
Vice President, Head of Consumer Products, Retail, Distribution & Transportation Germany | Capgemini Invent

Tobias Weisel verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung von Business- und Technologie-Transformationen. Als langjähriger Berater führender Handelsunternehmen in Deutschland und Europa begleitet er CIOs und Führungsteams bei der Priorisierung von Technologieinvestitionen, der Optimierung von Operating Models und der Umsetzung komplexer Transformationsprogramme. Sein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Technologie messbaren Geschäftswert erzeugt und Unternehmen zukunftsfähig aufstellt.

 

Torsten Schmalbach, Vice President, Client Advisory Partner Germany | Capgemini Invent

Torsten Schmalbach begleitet Handelsunternehmen bei der strategischen Ausrichtung und Umsetzung komplexer Technologie- und Transformationsvorhaben. Sein Fokus liegt auf der Verbindung von Technologie, Geschäftsmodell und Kundenwert sowie auf der erfolgreichen Skalierung digitaler Initiativen im Handel. In zahlreichen Transformationsprogrammen unterstützte er Unternehmen dabei, technologische Innovationen in nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu übersetzen.


Prof. Dr. Jürgen Brock, 
Professor | Case Western Reserve University

Prof. Dr. Jürgen Brock forscht zu den Auswirkungen digitaler Technologien auf Unternehmen, Führung und Wertschöpfung. Seine Arbeit verbindet wissenschaftliche Forschung mit praxisnahen Fragestellungen rund um technologische Transformation, Innovationsmanagement und die erfolgreiche Umsetzung neuer Technologien in Organisationen.

 

Prof. Dr. Manfred Krafft, Professor für Marketing | Universität Münster

Prof. Dr. Manfred Krafft ist Direktor des Instituts für Marketing an der Universität Münster und zählt zu den führenden Marketingwissenschaftlern Europas. Seine Forschung konzentriert sich auf Customer Relationship Management, Kundenwert, Vertrieb und Handel. Durch seine langjährige wissenschaftliche Arbeit und enge Zusammenarbeit mit Unternehmen verbindet er fundierte Forschung mit relevanten Erkenntnissen für die Praxis des Handels.